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SCHWARZKUNST

Schamanismus

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Definitionen aus 'Websters'

shaman: a priest, held to cure the sick, to discover the hidden, and to control events by magic [Russian, of Altaic origin]

shamanism: a religion of the Ural - Altaic peoples of northern Asia and Europe, marked by belief in gods, demons and ancestral spirits responsive only to the shamans
Gar nicht schlecht. Der Begriff Schamanismus wird heute allerdings auf alle animistischen Religionen angewandt.

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Wesentliches

Der Schamane versucht nicht, zu kategorisieren. Es existieren keine 'akademischen' Systeme, die über den Grad der Legenden oder Göttergeschichten hinausgehen. Das magische Erleben ist dementsprechend komplex. Eine Überlegung, alle Existenz den vier oder fünf hier gebräuchlichen sogenannten 'Elementen' zuzuordnen, gibt es nicht, und entsprechende systematisierte Darstellungen des Schamanismus wurden immer von abendländisch orientierten Menschen hinzugefügt.

Ein Schamane ist bemüht zu Göttern, Geistern und Ahnen ein gutes Verhältnis zu haben.
Die Götter, Geister und Ahnen sind existent, sie existieren außerhalb seines Körpers, weder muß der S. sie erst 'erfinden', noch kann er sie zwingen.
Diese 'Kräfte' sind um so interessanter und ein gutes Verhältnis zu ihnen ist um so wichtiger, je mächtiger die Kräfte sind.

Der Schamane ist eingebunden in die Gesellschaft. Er ist akzeptiertes und geachtetes Mitglied der Gesellschaft, ähnlich dem christlichen Priester hierzulande. Er gehört nicht einer Randgruppe an, sondern einer zahlenmäßig kleinen Berufsgruppe. Viele schamanistische Rituale beziehen sich auf die gesamte Dorfgemeinschaft, oder werden öffentlich durchgeführt, obwohl sich das Ritual vielleicht nur auf eine Familie bezieht.

Trance ist wesentliches Element der schamanischen Praxis. Herbeigeführt wird sie durch Tanz, Gesang, Musik, manchmal durch psychotrope Pflanzen. So beschäftigt sich die Ausbildung hauptsächlich damit, den Schüler dazu zu befähigen sich auch unter den ganz anderen Wahrnehmungsbedingungen in der Welt hinter dem Schleier zu orientieren und so handlungsfähig zu bleiben.

Die Funktion des Lehrers ist währenddessen die eines Begleiters. Er muß gerade zu Beginn, wenn der Schüler seine ersten Erfahrungen sammelt, zur Not in der Lage sein, ihn wieder aus der Götterwelt zu lösen und die manchmal auftretenden Schäden am Geistkörper zu heilen.
Über dieses größte und wichtigste Feld des Schamanismus, über die Trance, kann ich wenig mehr sagen, da das Erleben dort ohne Worte, ohne sprachlich, grammatikalische Syntax geschieht. Es geht halt nicht.

Der Schamane arbeitet eng zusammen mit seinem Fetisch, das ist die geistige Kraft, die ihm sozusagen als Vermittler die Kommunikation mit den Großen Kräften ermöglicht, aber auch selbst aktiv eingreifen kann. Hierüber kann nichts allgemeines gesagt werden, es herrscht diesbzüglich Anarchie. Eigenwillig und stur macht halt jeder, was er will. Mit meinem Fetisch bin 'ich selbst' befasst, keiner sonst in dem Maße.

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Werkzeuge

Die gebräuchlichen Werkzeuge (Rassel, Wedel, Schale, Schnur, Stab, Messer, Puder, Farben, Bast, rituelle Kleidung, Sand, Erde, Räucherzeugs, Eier, Götterfiguren, Wasserkanne, Kerzen, Muscheln, Kauri, Konti, Horn und was sonst noch alles) können leicht in ihrer Bedeutung erfaßt werden, indem man simpel überlegt, was mann mit dem Gegenstand wohl sinnvoll machen kann, was man mit ihm verbindet. Ein Messer ist auch in der Götterwelt ein Messer, eine Schale eine Schale.

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Schwarze, Gelbe, Rote, Weiße

Sind die schamanistischen Techniken der Völker auch eingebunden in die jeweilige Kultur, so heißt dies noch lange nicht, das ein Erlernen der Techniken mit dem Übernehmen der Kultur einhergehen muß oder soll. Die Techniken sind sich auf dem ganzen Planeten sehr ähnlich, die Kulturen, in denen sie wuchsen sehr unterschiedlich. Dummerweise haben wir in Europa (noch) keine lebendige schamanistische Tradition, es gibt nur wenige Leute die qualifiziert sind (sooo viel anders ist das in Westafrika allerdings auch nicht :)). Die Tendenz ist deutlich: Hier werden es immer mehr, in Afrika immer weniger.

Wenn wir nun die schamanistischen Techniken in unsere Kultur einfügen (dazu gehört natürlich auch, daß wir eine Sprache sprechen, die wir selbst beherrschen, und die hier verständlich ist) verliert der Schamanismus naturgemäß den Reiz des exotisch, folkloristischen. Ich bitte hierbei zu bedenken, daß ein Medizinmann in Nigeria nichts 'exotisches' ist. Exotic gehört nicht zum Wesen des Schamanismus. Die Techniken können von Westeuropäern genauso schnell oder langsam erlernt werden, wie von anderen Kontinentlern. Es hilft, wenn man vorher schon leicht verrückt ist :)

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Fazit:
Schamanismus hat wenig mit Theorie zu tun und viel mit Praxis.

Wichtigstes Kriterium: Geht, oder geht nicht. Was nicht funktioniert ist Schrott.